Zollverein Kokerei in Essen

Die Frühjahrsfahrt 2010 des SBR GK Köln

Am 27.05. 2010 waren wir mit 100 Teilnehmern in der Stadt Essen.

Zunächst hatte „Kumpel Anton“ aus Essen für Unmut gesorgt, aber später haben die anderen Kumpels, unsere Führer durch die Kokerei, diesen Unmut durch hervorragende Leistungen wieder mehr als gutgemacht.

Beginnen wir mit dem Anfang der Frühjahrsfahrt: Zwei komplett gefüllte Busse unseres bewährten Reiseunternehmens haben uns pünktlich um
09:40 Uhr an der Zeche Zollverein und dort an der Kokerei abgesetzt.

In Gruppen zu je 20 Personen, wie soll man denn auch anders Führungen organisieren können, wurden wir mit der Technologie, dem Grund der Herstellung von Koks und sonstigen hoch interessanten Fragen und Aspekten vertraut gemacht. Der Rundgang durch die riesige Anlage war super und hat jedem Teilnehmer ziemlich alles geboten. Nicht nur die Technikfreaks waren begeistert, sondern beeindruckend war das Gesamt-Ensemble der Kokerei. Unterstützt wurde die Besichtigung durch aufkommendes, gutes und sonniges Wetter, vielleicht wäre der Eindruck bei Regen und tief hän­genden Wolken etwas anders gewesen.

Zunächst mal zum Koks, gemeint ist nur das Zeug zum Heizen! Koks ist (fast) reiner Kohlenstoff und wird aus Steinkohle gewonnen. Vornehmlich die Stahlwerke brauchen ihn in ihren Hochöfen, um Erz zu schmelzen und dem Stahl und Eisen gewisse positive Eigenschaften mitzugeben. Aus 100 Tonnen Steinkohle werden 63 Tonnen Koks gewonnen und die übrigen Inhaltsstoffe der Steinkohle dann per Gas und Nachbearbeitung zu diversen chemischen Produkten verarbeitet, die „weiße“ Seite der Medaille.

In der Kokerei der Zeche Zollverein passiert das leider heute nicht mehr.
Das mit hohem Millionenaufwand aufgebaute Werk (600 Meter lang) hat nur von 1957—1993 gearbeitet, bevor es 1996, sozusagen in guter Funktion, seine Produktion einstellte, demontiert bzw. gesprengt werden sollte.

Stahlkrise, der Koks wurde nicht mehr benötigt, Einfuhren aus fernöstlichen Ländern besorgten den Rest. Aber die beeindruckende Anlage wurde erhalten und sollte nach meiner Auffassung ins Guinnes-Buch der Rekorde kommen,

denn dort kann man den einzig begehbaren Koks-Ofen der Welt im Inneren besichtigen und begehen. Einmalig, Super!

Teil des Weltkulturerbe der UNESCO ist die Kokerei schon.

Nochmals zum Koks: Steinkohle wird unter Luftabschluss erhitzt und gast aus. Nach ca. 24 Stunden wird der glühende Koks ausgestoßen, abgekühlt und ist fertig. Die anderen Inhaltsstoffe der Steinkohle werden per Leitung als Gas abgefangen und weiter verarbeitet. So einfach, aber unter ungeheurer Hitze passiert das alles; die Kokerei vom Zollverein hatte Pech. Kaum war die Stilllegung erfolgt, wurde wieder Koks benötigt, aber für die Kokerei war es zu spät. Fehler des Managements oder der Politik? Wer weiß es? Jedenfalls mal wieder Geldvernichtung in großem Stil.

Weiter ging es nach fast 2,5-stündiger Führung beim Zollverein per Bus zum Baldeney-See, einem wirklichen Naturparadies. Nach den Anstrengungen des Zollvereins wartete das Mittagessen. Konnte man genießen im schönen Ambiente der „Tiroler Stuben“. Und schon wieder ging es 500 Meter weiter zum Anlegesteg des Bootes. Zwei Stunden wurden beide Ufer des Sees befahren und u.a. die „Kunstwerke“ bewundert, die derzeit auf dem See zu sehen sind. Es war wirklich eine schöne Tour auf einem Extraschiff für die SBR-Gruppe aus Colonia.

Überraschung: Kaffee und Kuchen wurden per Beschluss der Sprecherin des SBR Klara Zimmermann gratis geboten. Wahrlich ein Höhepunkt. Entspannend und dankbar ging die Fahrt ihrem Abschluss entgegen.

Ende gut, alles gut. Pünktlich um 18:30 Uhr wurde der Parkplatz des Fernsehturmes Köln erreicht. Den Turm braucht eigentlich niemand mehr (alles macht jetzt die Glasfaser), aber der zugehörige Parkplatz ist Spitzen-Klasse.

Danke für die wiederum exzellente Organisation und Durchführung dieser Frühlingsfahrt. Hoffentlich ist einiges Kleingeld in die Büchsen gekommen.

Vielen Dank des SBR an alle Spender und Spenderinnen. W.B.


Bilder…